Interview mit Dr. Josef Gassner

Gepostet am Feb 13, 2014 in Interview, Künstler | ein Kommentar
Interview mit Dr. Josef Gassner

Der renomierte Astrophysiker Dr. Josef Gassner war Fachlektor für die Graphic Novel
Feynman – Ein Leben auf dem Quantensprung“ und spricht mit Egmont Graphic Novel über Feynman und seine Arbeit.

Sie haben für die Graphic Novel ‘Feynman – Ein Leben auf dem Quantensprung‘ das Fachlektorat gemacht. Hat es Ihnen Spaß bereitet ein nicht wissenschaftliches Buch zu lektorieren?
Richard Feynman bedeutet automatisch Spaß – und ebenso zwangsläufig geht es auch immer etwas um Wissenschaft – sonst wäre ich als Lektor ja gar nicht notwendig gewesen.

Haben Sie durch das Lesen der Graphic Novel etwas über Feynman erfahren was Sie bis dahin noch nicht über ihn wussten?
In der Tat habe ich Neues erfahren – allerdings über mich selbst. Beim Erstellen des Vorwortes wurde mir bewusst, wie sehr mich Richard Feynman in meinem eigenen wissenschaftlichen Wirken beeinflusst hat.

Welche Bedeutung hat Feynmans Arbeit bis heute für die Physik?
Spontan fallen dabei natürlich der Pfadintegralformalismus, die Feynmandiagramme und seine Beiträge zur Quanten-Elektro-Dynamik ein. Damit würde man der Fragestellung aber nicht gerecht. Die Bedeutung des Lebenswerkes dieses Vordenkers in der Wissenschaft lässt sich nicht in wenigen Worten herauslösen.

Sie haben zusammen mit Harald Lesch das Buch ‘Urknall, Weltall und das Leben – vom Nichts bis heute morgen‘ geschrieben. Was hat Ihnen an dieser Zusammenarbeit besonders gefallen?
Der besondere Reiz liegt aus meiner Sicht darin, dass unser gesamtes Buch in Form eines Dialoges erstellt wurde. Dadurch war es möglich, die Zusammenhänge vom Urknall, über die faszinierenden Objekte des Weltalls bis hin zur Entstehung des Lebens nicht nur zu erzählen, sondern möglichst anschaulich zu erklären und detailliert herauszuarbeiten. In den Dialogen bleibt neben der allgemein verständlichen Präsentation des aktuellen Standes der Forschung – gewissermaßen als Schmierstoff – auch das ein oder andere „Leschige“ Augenzwinkern erhalten.
 

Sie sind auch ein Gründungsmitglied der Hilfsorganisation „Schritt für Schritt – Hilfe mit System eV“ mit dem Schwerpunkt Indien. Was hat Sie dazu bewegt Indien als Schwerpunkt zu setzen?
Die Organisation ist nicht auf Selbsthilfeprojekte in Indien begrenzt. Der Schwerpunkt hat sich rein zufällig ergeben durch persönliche Erfahrungen meines Vaters vor Ort. Er war dort anlässlich eines Hilfsprojekts (Bau von Solarkochern) zufällig mit der Not von Waisenkindern konfrontiert worden und hat vor Ort alles was er an finanziellen Mitteln bei sich trug in Notbetten investiert. Nach seiner Rückkehr haben wir den Verein gegründet und aus dieser Spontanhilfe haben sich in nunmehr fast zwei Jahrzehnten mehrere Schulen, Waisenhäuser, Hospize, hunderte von Selbsthilfeprojekten, ein Kinderkrankenhaus und rund 6.000 Patenschaften entwickelt. Wenn viele Menschen am selben Strang ziehen, lassen sich wunderbare Dinge realisieren.

Sie hätten die Wahl mit Feynman an einer neuen Formel zu arbeiten oder mit Feynman an einer Bongo Session teilzunehmen. Wofür würden Sie sich entscheiden?
Eine Bongo Session hätte sicherlich ihren Reiz, aber es wäre ein viel größerer Wunsch die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft mit Richard Feynman zu diskutieren.

Wie würden Sie Feynman mit einem Wort beschreiben?
„nichtineinemWortbeschreibbarfaszinierend“

1 Kommentar

  1. Cornelia
    5. März 2014

    Das Buch ist wirklich toll! Kann ich nur wärmstens empfehlen!

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